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RODOS - Entscheidungshilfesysteme

Entscheidungshilfesysteme für den Notfallschutz nach kerntechnischen oder radiologischen Unfällen kommen im konkreten Fall einer Freisetzung von radioaktivem Material zum Einsatz. Ihre Hauptaufgabe ist es, alle Informationen, die zur Entscheidung über Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung notwendig sind, schnell, kontinuierlich, konsistent und umfassend zur Verfügung zu stellen. Benutzer von Entscheidungssystemen sind die mit dem Notfallschutzmanagement beauftragten regionalen, nationalen und internationalen Institutionen und Organisationen. In Deutschland sind dies die entsprechenden Einsatzzentralen des Bundes und der Länder.

Wir entwickeln das Echtzeit-Entscheidungshilfesystem RODOS (Real-time On-line DecisiOn Support) für den operationellen Einsatz in Notfallschutzzentralen europäischer Länder seit etwa 1990. Während des in 1999 beendeten 4. Rahmenprogramms der Europäischen Kommission waren an der Entwicklung von RODOS etwa 40 Institutionen aus nahezu 20 Ländern der EU, den GUS Republiken Weißrußland, Rußland und der Ukraine, sowie Polen, Ungarn, den Tschechischen und Slowakischen Republiken und Rumänien beteiligt. In den genannten Ländern wurde das RODOS System in seiner jeweils neuesten Prototypversion installiert. Hauptverantwortlich für die Systementwicklung und die Koordination der Entwicklungsarbeiten ist bzw. war die Arbeitsgruppe "Unfallfolgen" des IKET im Forschungszentrum Karlsruhe.

Die erste operationelle Version PV4.0 des RODOS Systems zum Echtzeit- und On-line-Betrieb in Notfallschutzzentralen haben wir Ende 2000 fertiggestellt. Zusammen mit unseren europäischen Vertragspartnern werden wir das RODOS System im Rahmen von F&E-Vorhaben des EURANOS-Projekts des 6. Rahmenprogramms der Europäischen Kommission bis etwa zum Jahr 2008 hinsichtlich seiner Inhalte und Funktionalitäten kontinuierlich verbessern und vervollständigen. Dabei wird das Arbeitsprogramm im wesentlichen durch die Erfahrungen und Wünsche der derzeitigen und künftigen RODOS Benutzern definiert.

Auf Initiative des BMU wurden von uns die Hardware- und Software- Komponenten des RODOS System zum Betrieb im Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) bei der Zentralstelle des Bundes (ZdB) in Neuherberg nahe München konfiguriert und installiert. Nach der Einrichtungs- und Testphase in 2001 läuft der operationelle Betrieb der RODOS Zentrale derzeit für 10 Benutzer des Bundes und der Länder.

Die Europäische Kommission finanzierte mit Mitteln aus den TACIS-, PHARE- und ECHO- Programmen die Errichtung des RODOS Systems in den nationalen Notfallschutzzentralen der Slowakischen Republik und Polens (Mai 2000), Ungarns und der Ukraine (Ende 2001), Sloweniens (Ende 2004) und der Tschechischen Republik (2004/2005). Die Installation von RODOS in Russland, Rumänien und Bulgarien vorgesehen.

Darüber hinaus beabsichtigen eine Reihe westeuropäischer Länder die Nutzung von RODOS in ihren Notfallschutzzentralen. Hierzu wurde das System bereits nach Portugal, Spanien, Finnland und in die Niederlande ausgeliefert, die Inbetriebnahme in Österreich wurde Ende 2004 abgeschlossen: Ähnlich wie in der Bundesrepublik Deutschland erfolgt in den genannten Ländern die Installation von RODOS an zentraler Stelle in den zuständigen nationalen Notfallschutzzentralen. Mit der RODOS Installation werden auch sämtliche Netzwerkverbindungen zu den Datenlieferanten (Messsysteme, meteorologische Prognosen) und den am Entscheidungsprozess beteiligten Institutionen hergestellt.

Um die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Entscheidungshilfesysteme und ihrem zukünftigen Einsatz in europäischen Notfallschutzzentralen auf eine breitere Basis zu stellen wurde das Netzwerk der Entwicklungsteams um die jetzigen und zukünftigen Benutzer erweitert. In dem von der Europäischen Kommission geförderten und von uns koordinierten Netzwerk DSSNET mit derzeit 35 Partnern wurden bis Ende 2004 die Benutzerfahrungen gemeinsam ausgewertet und bei der Verbesserung von Entscheidungshilfesystemen zum praktischen Einsatz unter allen Betriebsbedingungen von Notfallschutzzentralen berücksichtigt. Das Netzwerk der RODOS Benutzer und Entwickler wird im Rahmen des EURANOS Projekts fortgeführt, wobei der RODOS Users Group eine besondere Bedeutung zukommt.


Genauere Angaben zum Stand des RODOS Systems mit seiner europaweiten Installation befinden sich auf unserer Homepage https://resy5.iket.kit.edu/RODOS/.
Informationen zum EURANOS Projekt enthält die Homepage https://euranos.iket.kit.edu/.
Informationen zur NERIS Plattformund NERIS-TP Projekt finden Sie unter http://www.eu-neris.net/

Kontaktadresse:
Wolfgang Raskob
KIT - Karlsruher Institut für Technologie
Institut für Kern- und Energietechnik
Postfach 3640
76021 Karlsruhe
Tel: +49 721 608 22480
Fax: +49 721 608 25508
E-mail: Wolfgang.Raskob∂kit.edu